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Kein Platz mehr

Autor
Schreiner, Margit

Kein Platz mehr

Beschreibung

Seien wir doch mal ehrlich: Die Gegenstände des Alltags, ob notwendig oder weniger notwendig, wachsen uns über den Kopf. Die Wohnung, sei sie auch noch so groß, wird immer enger. Der Versuch, Ordnung zu schaffen und auszumisten, schlägt nur allzu oft ins Gegenteil um, und selbst, wenn nicht, erhebt sich sofort das Problem: Wohin mit dem ganzen ausgemisteten Krempel?

Kein Platz mehr ist ein irrwitzig komisches, bitterböses und höchst realistisches Buch über den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn, das einem immer wieder die Lachtränen in die Augen treibt, ohne den bitteren Ernst dahinter zu verbergen. Eine so vergnügliche wie zum Nachdenken anregende Lektüre, die allen wärmstens ans Herz gelegt sei, die auch nur etwas Sinn für schwarzen Humor haben. Großartig!
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Schöffling Verlag, 2018
Seiten
176
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-89561-281-7
Preis
20,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Margit Schreiner wurde 1953 in Linz geboren, wo sie nach Aufenthalten in Tokio, Paris, Berlin und Italien heute wieder lebt. Seit 1983 ist sie freie Schriftstellerin und erhielt für ihre Bücher zahlreiche Stipendien und Preise, u.a. den Oberösterreichischen Landeskulturpreis und den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur. 2015 wurde sie mit dem Johann-Beer-Literaturpreis und dem Heinrich-Gleißner-Preis ausgezeichnet, zuletzt erhielt sie den Anton-Wildgans-Preis (2016).

Zum Buch:

Seien wir doch mal ehrlich: Die Gegenstände des Alltags, ob notwendig oder weniger notwendig, wachsen uns über den Kopf. Die Wohnung, sei sie auch noch so groß, wird immer enger. Der Versuch, Ordnung zu schaffen und auszumisten, schlägt nur allzu oft ins Gegenteil um, und selbst, wenn nicht, erhebt sich sofort das Problem: Wohin mit dem ganzen ausgemisteten Krempel? Der Kampf gegen die alltägliche Fülle – gegen all die Papiere, Unterlagen, Steuererklärungen, Kontoauszüge, Versicherungspolicen, gegen den Wust aus Kleidung, Hausrat, Bildern, Fotos, Schmuck, Kerzen, Zeitungsartikeln, Lampen, Möbeln, gegen die im Keller, auf dem Dachboden oder in der Tiefe großer Schränke angesammelten Zelte, Schlafsäcke, Rucksäcke, Koffer, Reisetaschen, Gästebetten, Skier, Skateboards, Winter- bzw. Sommerreifen, Werkzeuge, gegen die Erbstücke aus der Wirtschaftswunderzeit und die von den eigenen Reisen mitgebrachten Masken, Keramiken, Öllämpchen usw. – ist nicht zu gewinnen. Bei Margit Schreiner jedenfalls führt er stets nur dazu, sich depressiv im Bett zu verkriechen

In einem gewaltigen Monolog, sprachlich angesiedelt zwischen Thomas Bernhard und Wolf Haas, erzählt die Autorin vom eigenen Platzmangel und dem ihrer (Schriftsteller-) Freunde, von den Bandscheibenproblemen, die die Erbschaft eines Schlosses am Lago Maggiore oder einer Hütte am österreichischen Badesee mit sich bringen können, von der fast unmöglichen Müllbeseitigung im romantisch auf Berggipfeln gelegenen, autofreien süditalienischen Dorf, von dem Gartenparadies, das sich in eine Hölle verwandelt, sobald die Besitzer es aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht mehr pflegen bzw. in Schach halten können. Dann geht es weiter zu den Folgen: fehlender Platz bedeutet fehlende Ruhe, innerliche wie akustische. Ausschweifende Exkurse über die Versuche, in aller Welt, auf Inseln, Βergen und Meeren Ruhe und Platz zu finden, über Schreibseminare und die Auswirkungen des Mangels an Platz und Ruhe auf Schriftsteller und Literatur, über die Folgen des Platzmangels in Japan usw. münden schließlich im einzig denkbaren Fazit: Der Mensch an sich ist nicht geeignet für die Welt, es wird Zeit, dass er Platz macht. Und schon sind wir beim Tod und beim Sterben, aber auch fehlt es an Platz….

Kein Platz mehr ist ein irrwitzig komisches, bitterböses und höchst realistisches Buch über den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn, das einem immer wieder die Lachtränen in die Augen treibt, ohne den bitteren Ernst dahinter zu verbergen. Eine so vergnügliche wie zum Nachdenken anregende Lektüre, die allen wärmstens ans Herz gelegt sei, die auch nur etwas Sinn für schwarzen Humor haben. Großartig!

Irmgard Hölscher, Frankfurt am Main