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Sieben Lichter

Autor
Pechmann, Alexander

Sieben Lichter

Beschreibung

Eine Art Totenschiff treibt vor der südirischen Küste. Auf eigene Faust untersuchen der Magistrat und dessen Schwager das Schiff, befragen die wenigen überlebenden Besatzungsmitglieder und stoßen dabei auf ein Labyrinth aus Lügen, Andeutungen und Halbwahrheiten, und erst als sich allmählich ein Gesamtbild der Geschehnisse darstellt, verschlägt es ihnen vor Entsetzen den Atem.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Steidl Verlag, 2017
Seiten
168
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-95829-370-0
Preis
18,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Alexander Pechmann, geboren 1968 in Wien, Autor und Herausgeber, übersetzte und edierte zahlreiche Werke der englischen und amerikanischen Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts: u. a. von Herman Melville, Mary Shelley, Sheridan Le Fanu, Mark Twain, Robert Louis Stevenson, Henry David Thoreau, Lafcadio Hearn, Rudyard Kipling, F. Scott und Zelda Fitzgerald. Er versteht sich als Schatzgräber und Goldsucher der Literatur, mit einer großen Vorliebe für verlorene Texte und vergessene Geschichten.

Zum Buch:

Sicher ist, dass im Sommer 1828 rund dreihundert Seemeilen vor der Südküste Irlands eine steuerlos treibende Brigg, die Mary Russell, gesichtet und anschließend in den Hafen von Cove begleitet wird. Es heißt, der Kapitän des Frachters sei verrückt geworden, habe mehrere Matrosen getötet, einige schwer verwundet und dann die Flucht ergriffen – wie er das im Alleingang habe bewältigen und wie er auf hoher See habe fliehen können, das aufzudröseln waren sich die Überlebenden untereinander uneins. Ebenfalls gesichert ist der Tatbestand, dass der Zweimaster Maultiere nach Barbados verschifft und anschließend mit einer Ladung Zucker zurückgekehrt ist. Doch damit erschöpfen sich schon die Gewissheiten, alles Weitere bleibt Vermutung und Rätsel.

Wie es der Zufall will, befinden sich genau zu dem Zeitpunkt, da die Mary Russell an der Mole vertäut wird, der Magistrat, der Erzähler dieser an Merkwürdigkeiten, Spannung und Dramatik überbordenden Geschichte, sowie dessen Schwager, ein in allen Gesellschaftsschichten respektierter Geistlicher, in der Hafenstadt. Da das rätselhafte Phänomen um das Verbleiben des Kapitäns und der brutalen Geschehnisse an Bord bereits die Runde gemacht haben, planen die beiden, das Schiff zu inspizieren und die wenigen Zeugen zu den genaueren Umständen zu befragen, obwohl sie dazu keinen Auftrag haben. Sie begeben sich an Deck der Brigg, und bereits der erste Blick in eine der Kajüten erfüllt sie mit Schrecken: Die Matrosen sind nicht nur bestialisch ermordet worden – sie wurden alle vorher gefesselt.

Was nun beginnt, ist ein Verwirrspiel, das den Leser mit jedem Kapitel erneut durch einen Irrgarten treibt. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto bizarrer erweist sich das Gesamtbild, und man kann den Autor nur dafür rühmen, wie er mit sicherer Hand sein Publikum an die Erzählung bindet. Sieben Lichter ist ein Geheimtipp, der bald schon keiner mehr sein wird, denn solch eine ungewöhnliche Geschichte – die nebenbei auch noch auf einer wahren Begebenheit beruhen soll – verlangt nach einer großen Leserschaft.

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln